Das Gesicht hinter den Kulissen
Chris Götz
Video-Portrait über Chris Götz
1998 war er erstmals in Samnaun, als technischer Begleiter mit der Band Smokie. Seither hat er kein Konzert auf der Alp Trida verpasst. Als Stagemanager koordiniert er seit Jahrzehnten die Schnittstellen zwischen Gäste-Information, Bergbahnen, Bühnenbau, Technik, Produktion und Künstlern und sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Die Mitarbeitenden der Bergbahnen Samnaun wissen genau, was sie machen müssen, es ist seit Jahren eine gut eingeschworene Truppe. Chris hat ein freundschaftliches Verhältnis zu den Bergbahn-Mitarbeitenden, genau wie mit der Familie Carnot im Hotel Romantica in Samnaun-Compatsch, wo er seit vielen Jahren übernachtet. Das schöne ist, dass er mit vielen verschiedenen Leuten zu tun hat. Da entstehen Freundschaften. Die persönlichen Begegnungen sind unbezahlbar.
Die Zusammenarbeit in Samnaun ist fantastisch. Es gibt es nicht an vielen Orten, dass einem ein so grosses Vertrauen geschenkt wird.
Chris Götz
Die Wünsche der Künstler
Chris begutachtet immer den technischen Rider der Künstler – das sind die Anforderungen, welche die Künstler an die Veranstalter stellen – auf dem Berg ist natürlich lange nicht alles umsetzbar, wie es in den Ridern steht. Er weiss genau, was möglich ist: Melissa Naschenweng hätte gerne einen Laufsteg ins Publikum gehabt, das ist auf der Alp Trida einfach nicht möglich.
Er verantwortet zusammen mit der Taskforce auf der Alp Trida die Sicherheit für Künstler, Mitarbeitende und Fans vor, während und nach dem Konzert. Eine wirklich kritische Situation hat Chris bisher zum Glück nie erlebt. Das Wetter ist ein entscheidender Faktor auf dieser Höhe. Früher gab es weniger Regeln und Vorschriften, der Faktor Sicherheit wird bei Veranstaltungen immer wichtiger. Deshalb sind die Strukturen auch beim Frühlings-Schneefest im Vergleich zu früher professioneller und teurer.
Für Chris ist es jedes Konzert eine Herausforderung. Er ist überzeugt, es sei wie beim Sport: Es braucht eine gewisse Anspannung, damit es gut funktioniert. Er mag es, wenn auch die Details stimmen. Wie beispielsweise die perfekte Ausrichtung der Bühne, damit es für alle Musik-Fans ein Genuss wird.
Je grösser die Herausforderungen auf der Bühne scheinen, desto ruhiger wirkt Chris. Bei Schwierigkeiten bewegt sich Chris nicht hastig, sondern geht mit Ruhe zum Problem hin und überlegt sich auf dem Weg bereits die Lösung. Chris hat selbst lange Musik gespielt. Deshalb weiss er genau, wie ein Musiker fühlt. Sein Ziel ist es, dass sich der Musiker voll auf das Konzert konzentrieren kann. Chris kümmert sich als Stagemanager um den Rest. Wichtig ist für Chris, dass die Künstler zufrieden sind mit ihren Auftritten.
Viele Geschichten in all den Jahren
Er kann fast zu jedem Konzert und jeder Band auf der Alp Trida eine Geschichte erzählen: Das Frühlings-Schneefest findet draussen bei Wind und Wetter auf 2300 m ü. M. statt, das ist nicht zu vergleichen mit einem Konzert in einer Halle. Beim Konzert mit Status Quo im Jahr 2006 lagen noch eine Stunde vor Konzertbeginn 5 cm Schnee auf allen Instrumenten. Alle haben angepackt und den Schnee schnell weggeräumt; es wurde ein unvergessliches Konzert.
Auch bei der Ausgabe im Jahr 2000 schneite es stark, die ABBA-Coverband Björn Again zogen ihre Show adrett und eher leicht gekleidet professionell durch.
Beim Konzert von Jimmy Cliff 2008 war es frühlingshaft warm. Jimmy Cliff war begeistert von der tollen Aussicht auf der Terrasse auf der Alp Trida und rauchte dazu einen Joint. Wegen der Bergluft wirkte der Joint wohl noch etwas intensiver; Jimmy Cliff brauchte einige Zeit, bis er wieder fit genug war für das Konzert. Auch das wurde ein sehr schönes Konzert.
Normalerweise baut Chris die Musikanlage immer gerne tags zuvor auf, um alles zu prüfen. Beim Konzert mit den No Angels 2022 konnten sie das jedoch nicht machen, weil das Material erst gegen Mittag – kurz vor dem Konzert – auf der Alp Trida ankam: Der Busfahrer mit dem Material hat sich bei der Anreise verfahren und blieb schliesslich sogar stecken. Mit einer Polizei-Eskorte schafften sie es schliesslich nach Samnaun. In aller Eile wurde das Material zur Bühne auf der Alp Trida gebracht. Es blieb eine Stunde, um alles aufzubauen. Wenn es zeitlich so knapp wird, wird sogar Chris etwas unruhig. Die Techniker waren zum Glück Profis, so dass das Konzert pünktlich starten konnte. Nach dem Soundcheck und dem Beginn des Konzerts konnte er also auch den No Angels entspannt zuhören.
Musik ist mein Leben.
Chris Götz
Samnaun bewies schon oft ein glückliches Händchen bei der Künstlerauswahl: Bei Status Quo im Jahr 2006 war es nach einem längeren Unterbruch das erste Konzert vor der Asien-Tournee. Die Band hat das Konzert in Samnaun als Vorbereitung gesehen. Deshalb ist es gelungen, die Band für eine relativ tiefe Gage auf die Alp Trida zu bringen. Die Toten Hosen 2005 oder Sunrise Avenue 2013 kamen für eine verhältnismässig tiefe Gage nach Samnaun, dafür sind diese Bands noch eine Woche zum Skifahren in Samnaun geblieben.
Chris Götz hat in seinem Leben rund 4000 Konzerte gemacht, in den aktivsten Jahren waren es rund 160 Konzerte pro Jahr. Für ihn ist seine Gesundheit entscheidend. Solange es die Gesundheit zulässt, möchte Chris weiterhin als Stagemanager des Frühlings-Schneefests tätig sein.
Chris Götz hat keine Lieblings-Band oder Lieblings-Platten und auch keine bevorzugte Musikrichtung. Zu Hause hat Chris über 1000 Platten von verschiedensten Musik-Stilen. Die ersten Jahre arbeitete er oft bei Heavy Metal Konzerten, er hat jedoch auch jahrelang Schlagerfestivals betreut.
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Das ungewöhnliche Hobby
Chris hat neben der Musik eine weitere Leidenschaft in seinem Leben gefunden: Vom besten Freund erhielt er vor Jahren einen Saphir, daraus hat er einen Ohrstecker geformt. Ab diesem Moment wollte er unbedingt den Ort besuchen, wo die Saphire herkommen: Das ist in Queensland, rund 300 km im Landesinneren von Brisbane an Australiens Ostküste. Dort ist ein Gebiet so gross wie der Kanton Zürich, wo 80% aller Saphire weltweit herkommen. Im Jahr 2000 war er erstmals dort, mittlerweile bereits fünf Male. Er mag die meditative Arbeit beim Suchen der Steine in den ausgetrockneten Flussbetten. Er kennt Australien überhaupt nicht, sondern nur die Saphir-Felder. Beim letzten Aufenthalt hat er ein grosses Gold-Nugget gefunden, dass er immer stolz an seiner Halskette trägt und es bei den Dreharbeiten zu seinem Porträt stolz in die Kamera zeigt.
Video: On Air AG, Fotos: Mario Curti; swiss-image.ch
36. Internationale Frühlings-Schneefest mit Beatrice Egli
Erleben Sie am Samstag, 25. April 2026 einen besonderen Frühlingstag in den Bergen: Beatrice Egli live auf der Alp Trida, mitten in der Silvretta Ski-Arena Samnaun/Ischgl. Ab 13:00 Uhr trifft Konzertstimmung auf Firnschnee, Panorama und Frühlingssonne. Der Eintritt ist mit gültigem Skipass inklusive.
